Knoblauch hatte in Deutschland auch noch lange nach dem Zweiten Weltkrieg einen sehr zwiespältigen Ruf. Einerseits galt es als ausgesprochen ordinär, nach Knoblauch zu riechen, andererseits brachte man ihn ständig mit jenem alten Sperrholz-Männlein im Schaufenster der Apotheken in Verbindung, das dort auf einer Reckstange turnte und für den Knoblauch als Wundermittel für langes Leben warb.

Die Vermutung, dass die gesundheitsfördernde Wirkung des Knoblauchs an seinen typischen Geruch gebunden sei, ist weit verbreitet. Dieser Meinung ist der anerkannte Knoblauchexperte Prof. Dr. A. P. Koch aus Wien nicht mehr, denn er vertritt seit 1996 die These, dass die Duftstoffe des Knoblauchs Allicin und Diallyldisulfid zumindest nicht allein für die gesundheitsfördernden Wirkungen verantwortlich sind. Die Liebhaber von Knoblauch – und das sind nach einer Untersuchung des Tübinger Wickert-Instituts von 1995 weit über die Hälfte der Bevölkerung – wird es aber wenig kümmern, ob Knoblauch mit oder ohne seinen typischen Geruch gesundheitsfördernd ist. Sie lieben die Knolle als Gewürz, ohne das bestimmte Speisen nicht mehr vorstellbar sind.

Die Knoblauchknolle enthält eine ganze Reihe von Inhaltsstoffen, die für den menschlichen Körper wichtig sind:
Inhaltsstoffe des Knoblauchs:
■ 65% Wasser
■ 28 % Kohlenhydrate (Fructane)
■ 3 % Aminosäuren
■ 1,5 % Ballaststoffe
■ 0,5 % Mineralstoffe: Kalium, Calcium, Magnesium, Phosphor
■ 2 % Schwefelverbindungen, z. B. Alliin, Ajoen, Allicin
■ Spurenelemente: Eisen, Kobalt, Kupfer, Mangan
■ Vitamine: A, B1( B2, C
■ Schwefelfreie bioaktive Substanzen: Saponine, Flavonoide, Glukosinolate, Phenolsäuren
Unter den vielen verschiedenen positiven Wirkungen des Knoblauchs nennen wir nur die Folgenden:
■ Im ersten Weltkrieg hatten Soldaten, die Knoblauch zu sich genommen hatten, weniger Infektionskrankheiten
als die, die keinen Knoblauch genossen hatten.
■ Ein Bestandteil des Knoblauchs, das Ajoen – ein Folgeprodukt des Allicins – wurde in einer Creme gegen
Fußpilz getestet. Es erwies sich als ein Mittel, das anderen Therapien weit überlegen war.